Spielleiter
Aus RPG Info
Bei vielen Rollenspielen werden ein oder mehrere Teilnehmer zum Spielleiter (SL) ernannt. Die Rolle des Spielleiters ist nicht einheitlich definiert, in den meisten Rollenspielen übernimmt er die Vorbereitung der Abenteuer, in dem er entweder gekaufte Abenteuer aufbereitet oder sich selbst eins ausdenkt, und die Rollen der darin auftretenden Nichtspielercharaktere. Während beim Pen&Paper nur in wenigen Fällen der Fällen (siehe z.B. Doppelrunden) mehr als ein Teilnehmer zum Spielleiter ernannt wird, ist dies bei größeren LARPs die Regel.
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Aufgaben
Wie erwähnt sind die Aufgaben des Spielleiters nicht systemübergreifend definiert, seine Grundlegende Aufgabe ist jedoch, die Beschreibung aller Objekte der Spielrealität, auf die die Spieler nach vorheriger Abmachung keinen Einfluss haben. Für die meisten Rollenspieler beinhaltet dies alles, was nicht Teil der Spielercharaktere ist. Darüber hinaus spielen sie Charaktere, die nicht von den Spielern übernommen werden. Diese werden daher meist als Nichtspielercharaktere (NSCs) bezeichnet (in einigen Runden übernehmen Spieler allerdings durchaus selbst einmal kurzzeitig NSCs). In den meisten Rollenspielsystemen bereitet der Spielleiter normalerweise das Abenteuer vor, auch wenn einige Spielleiter dabei einfach improvisieren oder auf gekaufte Abenteuer zurück greifen. Dem Spielleiter wird gelegentlich auch das Recht zugesprochen, Spielmechanismen auszulegen, anzuwenden und zu interpretieren, auch wenn es hier zwischen verschiedenen Gruppen und Rollenspielen starke Unterschiede beim Einfluss des Spielleiters gibt.
Synonyme
Das erste Rollenspiel, D&D, nannte den Spielleiter wegen der Fixierung auf Dungeons noch Dungeon Master (DM). Heute kreieren viele Autoren für ihre Rollenspiele einen eigenen Titel für den Spielleiter, um damit ein besonderes Merkmal ihres Spiel herauszustellen (eine solche Varianz ist in der Bezeichnung der übrigen Teilnehmer nicht festzustellen. Diese werden fast immer als Spieler bezeichnet). Die gängige Bezeichnung für Spielleiter im englischen Sprachraum ist Game Master (GM). Im deutschen Sprachraum ist neben Spielleiter auch Meister verbreitet ausgehend vom bekannten Rollenspiel DSA.
Weitere Alternative Bezeichnungen
Wie eingangs bereits angerissen, verwenden viele Rollenspiele alternative Bezeichnungen für den Spielleiter. Hier eine Auswahl:
- Bürgermeister (Kobolde!)
- Counselor (Power Kill)
- Director (Buffy/Angel)
- Dungeonmaster (D&D)
- Erzählerin (Hero Wars)
- Gamemaster (D&D)
- Gastgeber (Castle Falkenstein)
- Highlord (The Dark Eye)
- Hollyhock God (Nobilis)
- HoLmeister (HoL)
- Keeper (Call of Cthulhu)
- Marshal (Deadlands)
- Meister (DSA)
- Moderator (Blue Planet)
- Puppetmaster (Puppetland)
- Referee (Traveller)
- Seneschal (The Riddle of Steel)
- Spielleiterin (Machoweiber mit dicken Kanonen, Elyrion)
- Story Guide (The Shadow of Yesterday)
- Storyteller (WoD)
- Weberin (Tribe 8)
- Zombie Master (All flesh must be eaten)
Spottbezeichnungen
Resultierend aus einer unzureichenden Übersetzung eines Artikel im Watchtower (der Zeitschrift der Zeugen Jehovas) über Dungeons&Dragons gelang der Begriff Kerkermeister oder auch Herr des Verlieses in die deutsche Rollenspielszene. Häufig benutzen Rollenspieler diesen Begriff, wenn sie ihr Spiel überziehen, um über Kritiker zu spotten.
Im Forum Blutschwerter etabliert sich zudem systemübergreifend mehr und mehr die Bezeichnung eSeL für den Spielleiter. Wahrscheinlich resultiert diese Bezeichnung daher, dass sich endlich ein Esel gefunden hat, der die Arbeit macht.
Spielleiterlose Rollenspiele
Einige neuere Rollenspiele verzichten ganz auf einen Spielleiter und verteilen seine Aufgaben an die Spieler. Einige spielleiterlose Rollenspiele sind:

