Savage Worlds

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Miniaturenunterstützte Kämpfe mit hoher Teilnehmerzahl lassen sich in Savage Worlds relativ zügig abwickeln. Hier kämpft sich eine Necropolis-Gruppe durch Zombiehorden.
Miniaturenunterstützte Kämpfe mit hoher Teilnehmerzahl lassen sich in Savage Worlds relativ zügig abwickeln. Hier kämpft sich eine Necropolis-Gruppe durch Zombiehorden.

Savage Worlds ist ein generisches System für Rollenspiele und Skirmish Tabletop Spiele, geschrieben von Shane Lacy Hensley (dem Schöpfer von Deadlands), veröffentlicht von Great White Games, einer Marke von Pinnacle Entertainment Group (PEG). Eine deutsche Übersetzung ist im April 2009 im Verlag Prometheus Games unter dem Titel Savage Worlds: Gentleman's Edition erschienen.

Das Regelwerk legt den Schwerpunkt auf schnelles Spielen und kurze Vorbereitungszeit für den Spielleiter und verzichtet bewusst auf detailiertere, feingranulare Regeln für alle möglichen Situationen. Das Ziel ist eher das Spielen cinematischer, action-betonter Abenteuer als möglichst großer Realismus, wobei Savage Worlds aber auch mit Regelmechanismen das Charakterspiel unterstützt und fördert (Beispiel: Bennies für ausgespielte Hindrances (Nachteile)). Der klare Schwerpunkt auf leichtes, einfaches, buchhaltungsarmes Spiel hebt Savage Worlds von anderen generischen Systemen wie zum Beispiel GURPS ab. Dabei liefert Savage Worlds den Spielleitern eine Art "Baukasten", der zur eigenen Adaption eines Settings (aus Romanen, Filmen, oder anderen Rollenspielen) gedacht ist. Das eigene Anpassen ist ein Anwendungsfall der Savage-Worlds-Regeln, der von Autorenseite beabsichtigt wurde und mit Empfehlungen für die Vorgehensweise dabei im Spielleiterteil unterstützt wird.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung von Savage Worlds

Ursprünglich unter dem Titel "Wild Cards" als Arbeitstitel wurden die Savage-Worlds-Regeln in ihrem Regelkern aus den Regeln des "Deadlands: The Weird West"-Tabletop-Spiel The Great Rail Wars (GRW; Origins Award: Best Miniatures Game of 1997), sowie den Regeln aus Deadlands: The Weird West (DL) und Deadlands: Hell on Earth (DL:HoE) (auch als "Deadlands Classic"-Regelsystem bezeichnet) und einigen neuen, in keinem von beiden "Ahnen" auffindbaren Regelelementen weiterentwickelt. Mehr zur Entwicklung der Savage-Worlds-Regeln findet sich im Artikel des Autors Shane L. Hensley The Making of Savage Worlds.


Publikationen

Das Savage Worlds Regelbuch mit den Grundregeln wurde erstmals 2003 als Hardcover veröffentlicht, 2004 wurde die Revised Edition erst als PDF-Publikation veröffentlicht und später als Hardcover-Version gedruckt. Letztere beinhaltete eine Reihe von geringfügigen Änderungen der Regeln sowie eingearbeitete Errata. Die Änderungen gegenüber der ersten Auflage sind gratis auf der PEG-Website herunterladbar. 2007 kam die Savage Worlds Explorers Edition (SW:EX) im handlichen A5-Format für unter 10 €/$ hinzu. Nachdem die SW:EX schnell abverkauft war, wurde Anfang 2008 ein 2nd Printing mit eingearbeiteten Errata der SW:EX gedruckt.


Zur 1st Edition

Die 1st Edition des Savage-Worlds-Grundregelwerks erschien 2003 als Hardcover und enthielt verglichen mit späteren Ausgaben weniger Powers, weniger Edges/Hindrances, und weniger Ausrüstungsgegenstände (insbesondere weniger Fahrzeuge). In der 1st Edition waren noch die kompletten Kurzregeln "TestDrive", die damals schon als PDF-Fassung zum Herunterladen verfügbar waren, als Einleitung enthalten, sowie die Skirmish-Tabletop-Regeln "Showdown".

Auf der 1st Edition setzen nur wenige Savage Settings auf. Evernight, 50 Fathoms und Tour of Darkness. Auch die ersten Savage Tales basieren auf der 1st Edition. Auf den "Showdown" Skirmish-Regeln zur 1st Ed. setzt Modern Ops (moderne Kriegsführung (z.B. Irak-Krieg) als Skirmish Tabletop nach Savage-Worlds-Regeln) auf, sowie der Skirmish-Szenario-Band zum Deadlands:Lost Colony Setting, der als Savage Tale unter dem Titel "Screamers" veröffentlicht wurde.


Zur Revised Edition

Die Revised Edition erschien Mitte 2004 zuerst als PDF-Fassung, nachdem die 1st Edition schnell komplett abverkauft war, und Pinnacle nicht so schnell eine neue Druckfassung produzieren konnte. Erst ein halbes Jahr später war dann eine Hardcover-Fassung der Revised Edition verfügbar.

Gegenüber der 1st Edition waren die Hauptänderungen:

  • Raises beim Treffen wurden nicht mehr zu Ende hochgewürfelt und abgezählt und verursachten nicht mehr +2 Punkte Schaden pro Raise, sondern es wurde nur der jeweils erste Raise gewertet, der dann +1d6 Schaden verursacht (der Bonus-Schadenswürfel kann wie üblich "explodieren").
  • Die Massenkampfregeln wurden nicht mehr als Opposed Roll des Knowledge(Battle) Skills der beiden Heerführer umgesetzt, sondern jede Seite würfelt gegen den Standard-Zielwert 4. Das führt dazu, daß nun beide Seiten (auch die "Gewinnerseite" einer Runde im Massenkampf) Verluste erleiden können.
  • Die "Showdown" Skirmish-Tabletop-Regeln wurden aus dem Grundregelwerk herausgezogen und als kostenloser Download auf der Homepage zugänglich gemacht.
  • Die "TestDrive" Kurzregeln wurden aus dem Grundregelwerk herausgezogen und als kostenloser Download auf der Homepage zugänglich gemacht.
  • Es wurden Powers aus den 1st Ed. Settings Evernight und 50 Fathoms und ein paar weitere neue Powers in die Grundregelwerks-Powers aufgenommen.
  • Es wurden einige neue Edges und Hindrances, mehr Monster für den Kreaturenteil, und mehr Fahrzeuge, Flugzeuge, Schiffe, Raumschiffe aufgenommen.

Auf der Revised Edition setzt der Großteil der bis 2008 erschienenen Savage Settings auf. Low Life, Rippers, Necropolis, Necessary Evil, Deadlands:Reloaded, usw. Die "Showdown" Skirmish Tabletop Regeln in der Version zur Revised Edition sind die Grundregeln für das Rippers-Skirmish-Spiel "Rippers: The Shadow Wars".


Zur Savage Worlds Explorers Edition

Die Savage Worlds Explorers Edition (SW:EX) erschien als mit einem Preis unter $10 sehr kostengünstiges kleinformatiges Softcover. Gegenüber der Revised Edition wurden hier Kürzungen vorgenommen und es gab tiefgreifende Regeländerungen, die unter den Savages kontrovers aufgenommen wurden.

Gegenüber der Revised Edition waren die Hauptänderungen:

  • Der Nahkampfschaden wurde von einer Stärke-Probe (normaler Eigenschafts-Wurf mit Wild Die) plus festen Zuschlag je nach Waffe geändert. In der SW:EX werden zwei Würfel geworfen, der Stärke-Würfel und ein von der Waffe abhängiger Würfel (mit eventuellen festen Zuschlägen). Beispiel: Statt Schaden bei einem Molekularschwert von STR+5 ist dies nun Str+d8+2.
Dieses Schadensmodell wurde erstmals bei Deadlands: Reloaded (DL:R) eingeführt und dort als "The Way of the Brave" (WotB) bezeichnet. Dort wurde es als Settingregel eingeführt, um in diesem Setting, wo viele Charaktere mit Schußwaffen existieren, den Nahkämpfern wie z.B. Indianerkriegern (= Indian Brave) eine gleichwertigere Möglichkeit zu bieten, sich im Kampf durchzusetzen. Das WotB-Syste wurde in DL:R mit farblich unterschiedenen, je nach Farbe auch stärker wirkenden Bennies (hier "Fate-Chips" genannt) kombiniert, die einen Wildcard-Charakter in die Lage versetzten, den durch das WotB-Schadenssystem im Schnitt deutlich höher ausfallenden Nahkampfschaden (zwei explodierenden Würfel - auch bei Schaden, der von Extras verursacht wird) besser mit Soak-Würfen aufzufangen.
Im normalen Savage-Worlds-Grundregelwerk nach SW:EX-Stand gibt es diesen Auffangeffekt nicht, was zu einer erhöhten Zufälligkeit (mehr Würfel) und erhöhten Tödlichkeit (mehr Schaden - gerade auch durch die Gleichstellung von Extras und Wildcards im Nahkampfschaden) führt. Rüstungen wurden nach Einführung des WotB-Nahkampfschadenssystems nicht im Panzerungseffekt verstärkt.
Diese WotB-Nahkampfschadensregelung ist immer noch eine stark diskutierte Regeländerung, die auch bei Themen zur Stärke des Zufallseinflusses bei Savage Worlds oder zur Tödlichkeit des Kampfsystems immer wieder angesprochen wird.
  • Incapacitation-Regeln wurden vereinfacht. Die Regeln der Revised Edition hatten, wie die Regelklärungsfragen im Pinnacle-Forum den Überarbeitern der Savage-Worlds-Regeln zeigten, gewisse Verständnisschwierigkeiten ausgelöst. Deshalb wurde hier eine Vereinfachung vorgenommen. Diese führt bisweilen zu extremen Ergebnissen, weshalb hier eine gewisse Kontroverse bei der Akzeptanz dieser Regelung unter den Savages existiert.
  • Die Verfolgungsjagd-Regeln wurden geändert. Die Revised Edition Chase Rules sind eher auf "Dogfights", die fliegerischen Kurvenkämpfe von Jagdfliegern oder Raumjägern zugeschnitten. Sie können auch lineare Verfolgungen am Boden abbilden, sind dabei aber weniger anschaulich. Die SW:EX Chase Rules sind auf Boden/Wasser-Verfolgungen ausgelegt und dabei sehr anschaulich durch ein Reichweiteninkrementverfahren, das auf dem Spieltisch abgebildet werden kann. Für Kurvenkämpfe ist diese starke Linearität nicht den dort ständig wechselnden Positionierungen angemessen.
Kurvenkämpfe werden daher von vielen Savages, die sich zu diesem Thema in Foren geäußert haben, oft mit den Revised Edition Chase Rules umgesetzt, weil diese anschaulicher laufen. Boden/Wasser-Verfolgungsjagden werden hingegen von Savages mit den SW:EX Chase Rules umgesetzt, weil diese dafür anschaulicher sind.
  • Es wurden weitere Regeländerungen vorgenommen, wie eine neue Fallschadensregelung, die Rückschlagsregelung beim Zaubern, einige Klarstellungen bei den Edge-Beschreibungstexten bzw. den zugehörigen Regeln, sowie Änderungen bei den Eigenschaften von Monstern (Untote erhalten z.B. nicht mehr halben Schaden durch Waffen, die durchdringenden Schaden verursachen, wie Stichwaffen, Schußwaffen).
  • Es gab Streichungen ganzer Teile aus der Revised Edition mit der im Pinnacle-Forum gegebenen Begründung den Seitenumfang straffen zu müssen. Es wurden bei den Waffen die Fahrzeugbewaffnungen weggelassen. Es wurden die Militärfahrzeuge und die Sci-Fi-Fahrzeuge weggelassen. Es wurden die Beispiel-Sdssssspielercharakterrassen weggelassen (einige davon, die Standard-Fantasy-Rassen wurden als kostenloses PDF-Dokument Wizards&Warriors nachgereicht). Es wurden Passagen in den Spielleiterkapiteln zur Settingadaption weggelassen.
  • Bekannte Errata aus der Revised Edition wurden nicht in die SW:EX eingearbeitet.
  • Savage Worlds empfiehlt die Verwendung von Schablonen (kleinen, mittleren und großen Kreisen, sowie einer "Kegel"-Schablone) für Flächeneffekte. Da diese im kleinen Format der SW:EX nicht im korrekten Maßstab Platz fanden, wurden diese ausgelagert und als separates PDF nachgereicht. Ebenso der Charakterbogen, der im Kleinformat doch zu klein zum Schreiben ausgefallen wäre. Ebenfalls ausgelagert wurden die Bögen für Fahrzeuge und für Verbündete Truppen. Diese Auslagerungen, die nur als PDF herunterzuladen sind, wurden von manchen Käufern der SW:EX im Pinnacle-Forum kritisiert.
  • Die SW:EX hat keinen Index in der Druck- oder PDF-Fassung. Dieser ist als separater Download herunterladbar. Da das Inhaltsverzeichnis aber sehr ausführlich und feingranular ist, wurde bislang der Index nicht von vielen Savages vermißt.

Neuere Savage Settings wie Slipstream oder die Lizenzsettings Sundered Skies oder Necropolis 2350 verwenden die SW:EX als Regelbasis. Ebenso neuere Skirmish-Pubiikationen wie "Sticks and Stones". Neue Abenteuerveröffentlichungen zu Revised-Ed.-Settings wie Rippers verwenden auch die neuen SW:EX-Regeln (in den Szenarien werden die Unterschiede kurz erklärt, so daß sie auch weiterhin mit der Revised einsetzbar sind).


Publikationsmodelle für Savage Worlds Settings

Die Grundidee war, nur ein einziges Regelbuch und nur ein einziges Settingbuch zu benötigen, um in einem bestimmten Setting beliebig lange spielen zu können. Dies ist das 1+1-Modell, dem die meisten Savage-Setting-Veröffentlichungen bis 2008 gefolgt sind. Pinnacle hatte unter anderem in den Diskussionen über die neuen DL:R-Settingbücher angekündigt, von diesem 1+1-Modell in Zukunft abweichen zu wollen. Neben den Publikationen, die von einem 1+1-Modell, also 1 Grundregelbuch (aktuell SW:EX 2nd printing) plus 1 Setting-Band (z.B. Slipstream) ausgehen, gibt es inzwischen auch Settings, die auf mehr als einen Band zu einem Setting ausgelegt sind. Bei Pinnacle ist dies die Reihe an Kampagnenbänden für Deadlands: Reloaded, die dieses Jahr mit dem Kampagnen-Band "The Flood" erst so richtig starten wird. Bei Savage-Worlds-Lizenznehmern wie Triple Ace Games ist dies Hellfrost, eine Fantasy-Welt mit Publikationen in Form von Spielerhandbuch, Bestiarium, Spielleiterhandbuch/Weltbeschreibung, sowie einzelnen Abenteuerbänden in Nur-PDF-Publikationsform.


Lizenz-Rollenspiele mit Savage-Worlds-Regelkern

Es gibt noch zwei Sonderfälle: Pirates of the Spanish Main (PotSM) und The Savage World of Solomon Kane (SK). Beides sind Rollenspiele, die von Pinnacle in Lizenz produziert wurden. Pirates of the Spanish Main ist das Rollenspiel zum bekannten Sammel-Tabletop-Spiel gleichen Namens von WizKids. Solomon Kane ist ein Rollenspiel zu den Solomon Kane Pulp-Sword&Sorcery-Geschichten von Robert E. Howard. Beide Sonderfälle stellen KOMPLETTE Rollenspiele dar. Man braucht hier NICHT das SW:EX-Grundregelwerk, um dieses beiden Spiele zu spielen. Alle für die jeweilige Zeit des Settings und dessen Technologiestand passenden Regelelemente, sowie die in den Settings zulässigen Formen an Magie und anderem Übernatürlichem wurde aus dem Grundregelwerksbestand entnommen. Zusammen mit den settingspezifischen Regeln wurde eine Mischung nur für das jeweilige Lizenz-Setting angefertigt. Beide Lizenz-Rollenspiele stellen somit in sich geschlossene, komplette Rollenspiele dar, die man ohne SW-Grundregelwerk spielen kann. PotSM verwendet schon das WotB-Schadenssystem der SW:EX, nutzt aber eine settingspezifische Incapacitation-Regel. Solomon Kane verwendet ein anderes Magiesystem als das im Grundregelwerk beschriebene. Diese Lizenz-Rollenspiele mit Savage-Worlds-Regelkern sind nicht eindeutig zu einer der Versionen des SW-Grundregelwerks zuzuordnen. Da sie für sich allein vollständig sind und es somit keinerlei Kompatibilitätsprobleme gibt, ist die Frage nach einer Zuordnung dieser Lizenzsettings zu einer bestimmten Regelversion des SW-Grundregelwerks nicht von Belang.


Preise und Auszeichnungen

Savage Worlds und Savage-Worlds-Produkte gewannen die folgenden Preise und Auszeichnungen:

  • Origins Award: Fan’s Choice Award for Best Roleplaying Game of 2003 (Savage Worlds)
  • Ennies Award: Best Roleplaying Game of 2003 (Savage Worlds)
  • Origins Award: Best Roleplaying Game of 2006 (Deadlands Reloaded)


Charaktere

Die Charaktere in Savage Worlds werden durch mehrere Eigenschaften (Traits) beschrieben, diese unterteilen sich in Attribute und Skills (angelernte Fertigkeiten). Die Attribute unterteilen sich in: Agility (Beweglichkeit), Smarts (Schläue), Spirit (Willensstärke), Strength (Stärke) und Vigor (Konstitution). Es gibt standardmäßig 15 Fertigkeiten, aus denen die Charaktere auswählen können, in den einzelnen Settings kann diese Liste erweitert oder reduziert werden.

Alle Eigenschaften werden durch einen Würfeltyp repräsentiert - je mehr Seiten der Würfel hat, umso besser ausgebildet ist diese Eigenschaft. Die Würfel reichen von W4 bis W12, als durchschnittlicher Wert bei Menschen gilt W6 in allen relevanten Eigenschaften.

Ein Charakter wird darüber hinaus durch eine Reihe von "Edges" (Vorteilen) und Hindrances (Nachteilen) definiert. Zusätzlich gibt es eine Reihe von "abgeleiteten Werten" wie Pace (Schrittweite pro Runde), Parry (Parade) oder Charisma (beeinflußt die soziale Interaktion). In einigen Settings werden diese sogenannen derived stats um zusätzliche, für dieses Setting spezifische ergänzt.

Die Charaktererschaffung basiert auf einem Punkte-Zuteilungssystem. Spielleiter sind aber ausdrücklich dazu ermutigt, Nicht-Spieler-Charaktere frei zu erschaffen, je nach Erfordernis des Abenteuers und der Kampagne.

Spielercharaktere und wichtige Protagonisten sind sogenannte Wild Cards - das heisst, dass sie bei jeder Eigenschaftsprobe zusätzlich zu dem Eigenschafts-Würfel noch einen W6, den Wild Die, würfeln und den jeweils höheren der beiden Würfel als Ergebnis werten. Unwichtige Verbündete und Feinde werden unter dem Begriff Extras zusammen gefasst. Sie erhalten keinen Wild Die, sind somit weniger kompetent als Wild Cards, und sind auch weniger zäh, so dass sie in Kampfsituationen schneller ausgeschaltet werden.

Regeln

Im Allgemeinen ist der Zielwert für jede Probe eine 4. Ausnahme sind Nahkampfangriffe, die immer gegen die Parry (Parade) des Gegners gewürfelt werden. Ist der gewürfelte Wert gleich oder höher als 4, gilt der Wurf als erfolgreich. Für je 4 Punkte über dem Erfolgswert wird zusätzlich eine Erhöhung erzielt. Eine solche Erhöhung hat abhängig von der Situation verschiedene Auswirkungen (zum Beispiel mehr Schaden bei einem Angriff oder längere Wirkungsdauer bei Zaubersprüchen).

Wird bei einem Wurf der höchstmögliche Wert des Würfels erreicht (ein sogenanntes "Ace"), wird der Würfel nocheinmal gewürfelt und das Ergebnis zum ersten Ergebnis (dem maximalen Wert je nach Würfelgröße) hinzugezählt. Dieses Nochmalwürfeln und Hinzuzählen kann somit mehrfach hintereinander erfolgen, wenn der höchstmögliche Wert auch beim Nochmalwürfeln fällt. Man nennt diese Würfelart "explodierende Würfel". Schwierige Situationen können zu Modifikatoren führen. Anstatt den Erfolgswert zu erhöhen, wird in Savage Worlds das Würfelergebnis verändert. Der Effekt ist letzten Endes derselbe, der allgemeine Zielwert von 4 bleibt dadurch aber unverändert. Modifikatoren gelten immer für den Eigenschaftswürfel und den Wild Die. Ein Modifikator wird stets nach Ermittlung des Würfelergebnisses auf das Würfelergebnis angewandt. Das gilt für positive wie für negative Modifikatoren.

Einer der großen Unterschiede von Savage Worlds zu anderen Systemen ist der Schwerpunkt auf Edges (Talente) und Hindrances (Handicaps) zur Individualisierung der Charaktere, im Gegensatz zu der üblicheren Individualisierung über die Skills eines Charakters. Die vorhandenen Fertigkeiten sind sehr breit gehalten (Shooting beinhaltet alles von einem Bogen über einen Granatwerfer bis hin zu automatischen Feuerwaffen), Spezialisierungen finden über die Auswahl der entsprechenden Edges statt.

Ein Kavallerieangriff bricht durch die feindlichen Reihen. Gut zu erkennen die Initiative-Karten.
Ein Kavallerieangriff bricht durch die feindlichen Reihen. Gut zu erkennen die Initiative-Karten.

Im Kampf wird die Initiative durch Poker-Karten bestimmt. Der Vorteil dabei liegt u.a. darin, dass niemand sich Initiativen merken muss (da die Karten eindeutig auf dem Tisch liegen) und dass Kampfparteien nie die gleiche Initiative haben können und nochmal würfeln müssten. Eine Verbesserung der Initiative ist wiederum über Edges möglich. Beispielsweise erlaubt der Edge Level Headed statt einer zwei Karten zu ziehen und sich die Höhere auszusuchen. Ein Joker gibt demjenigen der ihn bekommt zusätzliche Boni.

In einzelnen Settings werden zusätzliche oder geänderte Skills angeführt, eine Faustregel ist allerdings, dass jeder Skill zumindest einmal pro Abend eingesetzt werden sollte - ansonsten hat er im Setting nichts verloren. Da die Anwendungsbereiche der Skills sehr breit sind, ist oftmals für eine Settinganpassung nur eine entsprechend breite Auslegung der Anwendungsmöglichkeiten und kein eigenständiger, neuer Skill notwendig.

Hintergrundwissen eines Charakters wird über den Mechanismus von Allgemeinwissen (Common Knowledge) abgehandelt. Dieses Allgemeinwissen wird über einen einfachen Smarts-Wurf abgehandelt. Ob ein Charakter zu einem Common-Knowledge-Wurf berechtigt ist, hängt von seiner Vorgeschichte und der Einschätzung des Spielleiters ab. Wenn ein Charakter in seiner Kindheit einige Jahre in Russland verbracht hat, die Kampagne aber in Südamerika spielt, ist der Charakter nicht gezwungen, sich den Skill Russisch zu nehmen - sollte er aber auf einen russischen NSC stossen könnte er auf Basis seines Allgemeinwissens trotzdem mit ihm kommunizieren.

The Way of the Brave

The Way of the Brave war ursprünglich eine Erweiterung der Regeln, die in Deadlands: Reloaded eingebracht wurde. Sie wurde als Standardregel auch in die Savage Worlds Explorers Edition aufgenommen. Bei dieser Regel wird der Nahkampfschaden nicht mehr per Trait-Wurf auf STR+X bestimmt, sondern als Würfel der dem Stärkewert entspricht + einem WX. Dadurch kommt beim Nahkampfschaden kein Wild Die mehr hinzu. Im Gegenzug wird aber der Bonus auf den Wurf erhöht:

  • STR + 1 wurde "Würfel wie Stärke" + W4
  • STR + 2 wurde "Würfel wie Stärke" + W6 usw.

Alle Würfel können nach wie vor explodieren. Nicht wenige Savage Worlds Spieler spielen weiterhin mit der alten Schadensregelung, da sie The Way of the Brave als eine unnötige zusätzliche Zufallskompenente ansehen und der Nahkampf gegen viele Extras damit für Spielercharaktere gefährlicher würde.

Settings

Derzeit sind folgende "Savage Settings" von PEG veröffentlicht worden:

Außerdem gibt es eine Reihe von Settings, die von verschiedenen Lizenznehmern veröffentlicht werden:

Auf Deutsch erschienen bisher:


Zusätzlich zu diesen Rollenspielsettings gibt es eine Reihe von Wargaming-Settings. Nach einer Kooperation mit Wizkids sollen eine Reihe von Modulen mit Savage Worlds Regeln veröffentlicht werden.

Logos

Lizenzlogo
Lizenzlogo
Fanlogo
Fanlogo

Savage Worlds Lizenzprodukte müssen das Savage Wolds-Logo auf der Buchvorderseite tragen (Die Savage Worlds-Lizenz ist keine OGL).

Unkommerzielle Savage Worlds Fanprodukte sollen das Fan-Logo tragen.

Weblinks

Persönliche Werkzeuge