Big Model
Aus RPG Info
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Überblick
Das Big Model wurde von Ron Edwards entwickelt und stellt das zentrale Modell für Theoriediskussionen auf der Forge dar.
Das Big Model umfasst 4 Bereiche, die einander umfassen. Eine Skizze:
Social Contract
Gleichbedeutend mit dem auch außerhalb des Big Model verwendeten Begriffes Gruppenvertrag.
Exploration
Exploration ist die Erforschung des Vorstellungsraumes und quasi gleichbedeutend mit "Rollenspiel betreiben" oder dem "Erleben des Rollenspiels". Die Exploration umfasst daher auch das Lumpley-Prinzip.
Grundlage dieses Aspektes sind die Theorien von Scarlet Jester und der GENder-Theorie. Nach Jester wurden folgende Punkte der Exploration definiert:
- Character - eine fiktive Person
- Setting - die Lokalität (in Raum und Zeit)
- Situation - das Dilemma
Ron Edwards fügte folgende hinzu:
- System - bestimmt wie Ereignisse im Spiel abgewickelt werden
- Color - legt die grundlegende Atmosphäre fest
Techniques
Techniques sind alle wiederholbaren Methoden, die im Rollenspiel benutzt werden. Dazu zählen z.B.:
- Die Spielmechanik
- Erzählerische Mittel
- Die absichtsvolle Einrichtung des Spielbereichs, z.B. durch Musik, gedämpftes Licht oder Entfernen störendender Einflüsse.
Ephemera
Ephemera (sg. das Ephemeron) bilden die unterste Ebene. Einzelne Aussagen, Entscheidungen, Handlungen und Anwendungen von Techniken können als Ephemera betrachtet werden.
Creative Agenda
Die Creative Agenda ist die hinter einer Spielsitzung steckende Motivation. Dieser zieht sich durch alle Ebenen des Modells.
Dabei ist es wichtig zu begreifen dass die CA sich auf die gesamte Gruppe bezieht, nicht auf einzelne Spieler, und nur über eine gesamte Spielsitzung betrachtet existiert.
Eine Creative Agenda bildet sich heraus, wenn in der Gruppe konsequent bestimmte Handlungen durch Anerkennung belohnt bzw. nicht belohnt werden. In diesem Fall spricht von kohärentem Spiel. Kommt es zu keiner Einigung und keinem gemeinsamen Stil ist von inkohärentem Spiel die Rede. Die Zielsetzung Spiele zu erschaffen, die möglichst kohärentes Spiel fördern, ist eine zentrale Idee der Forge-Theorien. Im Extremfall kommt es zu dysfunktionalem Spiel, Sprich: Rollenspiel, das einem oder mehreren Beteiligten (schlimmstenfalls allen Teilnehmern der Spielrunde) keinen Spaß macht. Inkohärenz ist hierbei nicht mit Dysfunktionalität synonym, da Inkohärentes Spiel durchaus Spaß machen kann. Lediglich die Wahrscheinlichkeit von Dysfunktionalität ist bei Kohärentem Spiel gerringer.
Eine besondere Form der Inkohärenz ist die Veränderung der Creative Agenda über die Zeit hinweg. Diese Form wird als Drift bezeichnet und gilt im gegensatz zu komplett Inkohärentem Spiel als weniger anfällig für Dysfunkionalität
Traditionell wird bei Diskussionen zum Big Model die Spielmotivation anhand der GNS-Theorie eingeteilt.
Weblinks
- Vermi erklärt GNS Einführungstext zur GNS-Theorie
- Vermi erklärt das Big Model Einführungstext zum Big Model
- Wozu Theorie ? Rollenspieltheorie für Einsteiger, Folgeposts beachten!


